In vielen gewachsenen Männerchören gibt es kleine Gesangsformationen, die das Spektrum chormusikalischer Betätigung erweitern. Auch der MGV Cäcilia Horbach setzt in diesem Bereich Akzente.

 

Die erste kleine Gesangsformation aus elf Sängern des MGV Cäcilia Horbach war das Ensemble CHordon bleu. 1999 gegründet, absolvierte es bis zu seiner Auflösung Anfang 2008 mehr als 170 Auftritte bei Anlässen unterschiedlichster Art und belegte mehrfach erste Platzierungen in den Sonderchorklassen nationaler Wettbewerbe. CD-Produktionen des Ensembles datieren in den Jahren 2002 (Komm’ und sein mein Passagier) und 2004 (Irgendwo auf der Welt). CHordon bleu gelangte zu einer weithin unverwechselbaren Eigenständigkeit in Literatur und Bühnenpräsentation, worauf sich letztlich auch die ungewöhnlich hohe Nachfrage und die beeindruckende Zahl der Engagements stützen. In Erinnerung bleibt den Sängern vor allem das Jahr 2003 mit 30 Auftritten innerhalb von zwölf Monaten. Das ohne Zweifel bedeutendste Ereignis in beinahe neun Jahren wunderbarer Zusammenarbeit war jedoch eine Nachricht, die CHordon bleu am 12. September 2007 erreichte: „You guys have a wonderful blend and stunning intonation! It all sounds terrific!“ Diese Worte stammen von Matt Oltman, Music Director von Chanticleer, als Bewertung der CD-Produktion „Irgendwo auf der Welt“ aus dem Jahre 2004. Ob beim Chorkonzert um die Ecke oder beim Auftritt im Congress Center Berlin - stets rückte CHordon bleu seine Wurzeln im MGV Cäcilia Horbach in das Bewusstsein des Publikums, stand schon der Name selbst mit den Großbuchstaben C und H nicht nur für eine mit Selbstironie kreierte „Rezeptur“, sondern vielmehr auch für die Initialen des Horbacher Männerchores.

 

Nach der Auflösung des Ensembles CHordon bleu führte das Horbacher Vokalquartett Ohne Extras in den Jahren 2008 und 2009 das Singen in kleiner Besetzung neben dem großen Chor fort. Auch dieses Quartett suchte durch Unterhaltungsliteratur das Spektrum der chormusikalischen Aktivitäten in Horbach zu erweitern, setzte jedoch seinen Schwerpunkt vor allem auf die Lieder für vier Männerstimmen von Franz Schubert und Felix Mendelssohn-Bartholdy. Einen Überblick über die Arbeit dieses Ensembles gibt die eigene Internetseite www.ohne-extras.de

 

Obwohl, wie schon zuvor das Ensemble CHordon bleu, auch das Vokalquartett Ohne Extras seine Arbeit aus zeitlichen Gründen aufgeben musste, ist die Bedeutung kleiner Besetzungen innerhalb eines gewachsenen Chores nicht aus den Augen geraten. Kleine Formationen können das Spektrum der Chorliteratur bereichern; zudem können sie die Aufgabe übernehmen, jungen Nachwuchssängern den Einstieg in den laufenden Sangesbetrieb eines gewachsenen leistungsorientierten Chores zu erleichtern. Und in jedem Falle kommt die zusätzliche gesangliche Betätigung der dort aktiven Sänger zwangsläufig dem großen Chor zugute.

 

Dass bei alledem die Interessen des gewachsenen Chores im Vordergrund bleiben, kann und darf bei Sängern, die sich ihrer Verantwortung um traditionelle Sangesstrukturen bewusst sind, niemals in Frage stehen. Es ist leider eine Tatsache, dass selbst leistungsstarke Chöre wegen ausbleibendem Nachwuchs zunehmend in Existenznöte geraten. Kleine Chöre im eigenen Hause können diese Tendenz nicht korrigieren. Aber sie können nach Kräften mithelfen, alle Anstrengungen gegen diese Tendenz zu unternehmen.